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Fernwärmeausbau in Hannovers Südstadt

Im Auftrag der Stadtwerke Hannover AG (enercity) realisiert die Kuhlmann Leitungsbau GmbH & Co. KG seit 2025 eine neue Fernwärmeleitung in der Südstadt von Hannover. Entlang der Großen Barlinge und der Simrockstraße entsteht auf rund 920 Metern eine zentrale Verbindung zur Erweiterung des innerstädtischen Fernwärmenetzes. Das Projekt, dessen Abschluss für das Frühjahr 2026 vorgesehen ist, schafft die Grundlage für die Versorgung von 23 großen Wohnkomplexen mit klimafreundlicher Wärme und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende in der Landeshauptstadt.

Ausgangssituation und Projektablauf

Der Ausbau des Fernwärmenetzes in Hannover ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung im urbanen Raum. Kuhlmann verlegt hierfür eine neue Fernwärmetrasse mit Rohrdimensionen von DN 300 bis DN 450. Die Leitungen bestehen aus einem Stahl-Innenrohr (P245-Kesselblech), einer PU-Schaum-Dämmung sowie einem PEHD-Mantelrohr und werden in Tiefen zwischen 2,20 und 3,50 Metern bei einer Grabenbreite von rund 2,50 Metern eingebaut.

Auf der Baustelle sind zwei Tiefbaukolonnen mit insgesamt zehn Mitarbeitende sowie zwei Schweißer Kolonnen im Einsatz. Ergänzt wird das Team durch Bauleitung, Koordination und Abrechnung. Insgesamt entstehen neben der Haupttrasse 13 Abzweigungen und 16 Hausanschlüsse.

Die Arbeiten erfolgen unter laufendem Verkehr und ohne Vollsperrungen. Dafür wird der Gehweg temporär zur Fahrbahn umgebaut. 99 Quadratmeter LKW-Brücken mit einer Tragfähigkeit von bis zu 60 Tonnen sichern Überfahrten und gewährleisten jederzeit die Zugänglichkeit für Anwohner sowie Rettungskräfte.

Herausforderungen und Lösungen

Die innerstädtische Lage stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Enge Straßenräume, ein dichter Bestand an Versorgungsleitungen sowie begrenzte Lagerflächen erfordern eine präzise Koordination aller Gewerke. Zahlreiche bestehende Leitungen – darunter Gas-, Wasser-, Strom- sowie Abwasser- und Regenwasserleitungen – mussten entlang der gesamten Trasse umgelegt oder zurück gebaut werden.

Besondere Aufmerksamkeit galt der Verkehrsführung: Trotz der Bauarbeiten musste eine durchgehend mindestens drei Meter breite Feuerwehrzufahrt gewährleistet bleiben. Dies wurde durch provisorische Fahrwege und den gezielten Einsatz von LKW-Brücken realisiert. Parallel dazu erfolgten enge Abstimmungen mit Behörden und Institutionen wie Tiefbauamt, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Müllabfuhr. Für Anwohner wurden zentrale Müllplätze eingerichtet und regelmäßige Informationsmaßnahmen durchgeführt.

Auch technisch stellte das Projekt hohe Anforderungen. Ein bestehender Schacht wurde umgebaut, verbreitert und erhöht, zudem wurde ein Kompensator im Rücklauf erneuert. Die Schweißarbeiten unterliegen hohen Qualitätsanforderungen und werden intensiv geprüft.

Aufgrund des bestehenden Kampfmittelverdachts im gesamten Baufeld werden sämtliche Tiefbauarbeiten unter baubegleitender Kampfmittelüberwachung durchgeführt. Zwei spezialisierte Trupps sichern den Aushub – mehrere Verdachtsfunde stellten sich dabei als unkritischer Metallschrott heraus.

Die beengten Platzverhältnisse erforderten zudem innovative Lösungen: Bäume und Fahrradständer wurden temporär ausgebaut, um Arbeits- und Verkehrsflächen zu schaffen. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden diese vollständig wiederhergestellt.

Trotz erschwerter Witterungsbedingungen mit längeren Schlechtwetterphasen wird das Projekt konsequent vorangetrieben. Mit dem Ausbau der Fernwärmeinfrastruktur in der Südstadt leistet Kuhlmann einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Energieversorgung Hannovers und zeigt, wie komplexe innerstädtische Bauprojekte durch präzise Planung, enge Abstimmung und technische Expertise erfolgreich umgesetzt werden können.

110Kv - Salzgitter

Neue Hochspannungsverbindung für Salzgitter

Im Auftrag der Avacon Netz GmbH realisiert die Kuhlmann Leitungsbau GmbH & Co. KG seit August 2024 eine neue 110-Kilovolt-Erdkabelverbindung in Salzgitter, einem zentralen Industriestandort in Niedersachsen. Das Projekt, das im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll, stärkt die Energieversorgung der Region und trägt zur energieinfrastrukturellen Weiterentwicklung des Standorts bei.

Ausgangssituation und Projektablauf

Der wachsende Energiebedarf in der Region Salzgitter erfordert den Ausbau der Hochspannungsinfrastruktur. Kuhlmann verlegt für die neue Stromverbindung zwischen den Umspannwerken VW Salzgitter und Bleeck eine 110-Kilovolt-Erdkabelverbindung über sechs Kilometer Länge, verteilt auf drei Systeme. Dabei werden 2,75 Kilometer im geschlossenen Verfahren ausgeführt.

Das rund 30-köpfige Team besteht aus vier Bohrmannschaften, vier Schachtmeistern, Maschinisten und Nachunternehmern. Der Rohrgraben wird auf 3,4 Kilometer Länge, drei Meter Breite und 1,8 Meter Tiefe profiliert. Insgesamt werden neun Kabelschutzrohre DA280 und sechs Leerrohre DA50 verlegt, ergänzt durch 2.000 Überschiebmuffen DN200 und 2.200 Stumpfnähte, die unter allen Wetterbedingungen geschweißt werden müssen.

Ursprünglich waren drei Pressbohrungen mit neun Meter tiefen Gruben geplant. Kuhlmann empfahl die offene Bauweise und setzte sie erfolgreich um – ein Ansatz, der Zeit und Kosten spart.

Herausforderungen und Lösungen

Das Projekt stellte besondere Anforderungen sowohl in technischer als auch in ökologischer Hinsicht. Drei Horizontalspülbohrungen mit jeweils 820 Meter Länge und 14 Meter Tiefe führen durch ein Waldstück. Die Rohrstränge werden auf Fahrbahnplatten geschweißt, mit 75 Kubikmetern Wasser ballastiert, auf Rollböcken gelagert und über ein Baugerüst über einen Bahndamm zur Bohranlage geführt – eine logistische Meisterleistung.

Eine weitere technische Herausforderung war die Bohrung unter dem Seitenkanal, bei der die Zielgrube einen Meter unter dem Wasserspiegel lag. Um eine Flutung zu verhindern, erhöhte Kuhlmann das Gelände mit 600 Kubikmetern Boden und sicherte die Grube umfassend gegen eindringendes Wasser.

Umwelt- und Naturschutz standen während der gesamten Bauzeit im Fokus. Zum Schutz von Flora und Fauna wurden umfangreiche Maßnahmen umgesetzt: 60.000 Quadratmeter Fahrbahnplatten schützten den Waldboden, ausschließlich Kettenmaschinen mit maximal 0,4 Kilogramm pro Quadratzentimeter Bodendruck kamen zum Einsatz, 8.000 Meter Wildschutzzaun wurden installiert und gewartet – bestehend aus 5.000 Metern Hamster- und 3.000 Metern Reptilienschutzzaun. Zusätzlich wurden 400 Meter Lärmschutzzaun zum Schutz der Waldtiere errichtet.

Eine besondere Herausforderung bei den Schweißarbeiten stellten die täglichen Temperaturschwankungen dar, durch die sich die Rohre bis zu zehn Meter ausdehnen können. Dies wurde bei der Verlegung sorgfältig berücksichtigt. Zudem begleitete ein spezialisiertes Kampfmittelteam alle Tiefbauarbeiten, da im gesamten Baugebiet Kampfmittelverdacht bestand.

Die Firma Kuhlmann bewältigte die komplexen Anforderungen durch den Einsatz hochspezialisierter Teams und modernster Bohrtechnik, innovative Lösungsansätze wie die Umstellung auf offene Bauweise zur Zeit- und Kostenersparnis, umfassende Umweltschutzmaßnahmen unter Berücksichtigung ökologischer Belange sowie präzise Planung und Ausführung unter Berücksichtigung physikalischer Gegebenheiten wie Materialausdehnung. Mit diesem Projekt leistet Kuhlmann einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung eines bedeutenden Industriestandorts und setzt Maßstäbe bei der Verbindung von technischer Exzellenz und Umweltschutz.

Netzverstärkung Lüneburg: 411-Meter-Bohrungen durch Salz und Fels

Jumbotrommeln, mehrere Tonnen schwer, rollen per Schwertransport durch Lüneburgs Altstadt, 480 Meter Leerrohr auf einer Rolle. Die Logistik für die Netzverstärkung Lüneburg läuft auf Hochtouren. Seit Juli 2025 bis März 2026 realisieren wir für die Avacon Netz GmbH 1850 Meter Doppeltrasse im Horizontalspülbohrverfahren. Die längste Bohrung sind 430 Meter am Stück, bis zu 13 Meter tief.

Das Projekt: 

Die Trasse verläuft vom 380/110 kV Umspannwerk Rettmer durch die Soltauer Straße entlang der Hasenburg zur Lindenstraße 45. Acht Mittelspannungsstationen werden neu angeschlossen, zwei weitere 20 kV-Kabel enden in den Stadtteilen Mittelfeld und Rotes Feld. Dort werden vorhandene Mittelspannungsstationen mit leistungsfähigeren Kabeln angeschlossen.

Sechs HDD-Bohrungen zwischen 133 und 430 Metern, dazu zwei Abschnitte in offener Bauweise. Verlegt werden vier 20 kV-Systeme: ein Stützpunktkabel mit 800 mm² Querschnitt sowie drei weitere Systeme mit 300 mm² Querschnitt. Das Stützpunktkabel wird in drei Metern Tiefe verlegt, die Bohrungen erreichen bis zu 13 Meter Tiefe.

Die Herausforderungen:

Salzstöcke greifen die Bohrspülung an, Felsauflagerungen verschleißen die Bohrkronen und Moorgebiete sind instabil. Dazu belastete Böden, hohe Baumschutzauflagen, archäologische Bereiche, Kampfmittelbegleitung. Am Kreisverkehr Hasenburg kommt eine 35-Grad-Kurve unter der Erde hinzu.

In bis zu 13 Metern Tiefe verlaufen Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen, teilweise historisch und nicht vollständig kartiert. Hinzu kommt die Querung eines Brückenbauwerks.

Um die Sicherheit bei Störungen im Kabelbereich zu gewährleisten, werden maximal zwei 20kV-System pro Bohrung eingezogen. Der Abstand zwischen den Bohrungen beträgt mindestens zwei Meter.

Die Lösungen:

Langfristige Vorplanung mit Generalauftragnehmer und Planungsbüro bildet die Basis. Die Baugrunderkundung durch unser Tochterunternehmen IBV Hamburg GmbH & Co. KG  umfasst enge Baugrunduntersuchungen im Vorfeld und Recherchen im Stadtarchiv zu alten Bodenuntersuchungen. Strategisch platzierte Ziel- und Startbaugruben für die HDD-Bohrungen verkürzen die Bauzeit. Enge Abstimmung mit Behörden und Baubeteiligten sowie erfahrenes Personal auf der Baustelle sichern den Ablauf.

Zwei HDD-Bohranlagen mit 50 und 30 Tonnen Zugkraft sind auf den schwierigen Baugrund abgestimmt. Dazu kommen 16-Tonnen-Mobilbagger, Radlader (12,5 und 6 Tonnen), 6-Tonnen-Kettenbagger, Saugbagger und Verbauboxen.

Die Bentonit-Aufbereitungsanlage und die Recycling-Anlage der Mudcon recyceln die Bohrspülung vor Ort. Das vermeidet Entsorgungscontainer-Verkehr im Stadtgebiet. 1000 Quadratmeter Alu-Wegeplatten schützen die Oberflächen.

Die Jumbotrommeln der Firma Wavin reduzieren die Anzahl der Verbindungsgruben. Bei 480 Metern Leerrohr pro Rolle entfallen mehrere Schweißverbindungen und Baugruben.

Unsere Bohrtruppe (5-8 Mitarbeitende) leistet insgesamt 3800 Stunden, die Tiefbau- und Rohrbautruppe (4-6 Mitarbeitende) 2800 Stunden.

Projektdaten:

  • Auftraggeber: Avacon Netz GmbH
  • Bauzeit: Juli 2025 – März 2026
  • Umfang: 1850 m Doppeltrasse (HDD + offene Bauweise)
  • Längste Bohrung: 430 m
  • Bohrtiefe: bis zu 13 m
  • Bohrungen gesamt: 6 HDD-Bohrungen (133 bis 430 m)
  • Kabelsysteme: 4 x 20 kV (1 x 800 mm², 3 x 300 mm²)
  • Anschlüsse: 8 Mittelspannungsstationen
  • Versorgungsgebiet: Lüneburg Innenstadt, Mittelfeld, Rotes Feld

Hallig Hooge: Glasfaserausbau

In einem bahnbrechenden Projekt haben wir den Glasfaserausbau auf der gesamten Hallig verwirklicht und dabei 9 Kilometer Leitungen verlegt. Die Lünecom aus Lüneburg, ein führendes Unternehmen im Breitbandausbau, vertraute uns dieses Leuchtturmprojekt an. Mit einer Investition von 1,3 Millionen Euro stellten wir einen 20 Meter hohen und 2 Tonnen schweren Funkturm auf und gossen ein spezielles salzwasserresistentes Fundament. Darüber hinaus modernisierten wir neun Warften und installierten 81 Hausanschlüsse, um die digitale Infrastruktur der Region nachhaltig zu transformieren. Damit setzen wir einen weiteren Meilenstein im Glasfaserausbau Norddeutschlands.

Equipment

HDD-Bohranlage, Kabelpflug für das Einpflügen der Kabel, Betonmischer, Arbeitsbühne, Dutzende LKWs für die Baustelleneinrichtung, Belieferung mit Schuttgütern per Schutenschiff; Manpower: Zehn Mitarbeitende

Bauzeit
10.04. – Mitte Oktober 2023

Besonderheiten:

Die Baumaßnahmen mussten außerhalb der Sturmflutzeit durchgeführt und beendet werden. 

Herausforderungen:

Das Glasfaserprojekt auf der Hallig stellte mehrere Herausforderungen. Der weiche Boden erschwerte die Gründung des Fundaments für den 20 Meter hohen Funkturm, während die Logistik aufgrund von Fähren und langen Fahrtzeiten eine präzise Planung erforderte. 

Die Hallig Hooge ist ein beliebter Touristenort, was die Unterbringung der Arbeiter kompliziert machte. Am Wochenende musste Lärm vermieden werden, um die Ruhe im Kurort zu bewahren. Der eingeschränkte Fahrzeugverkehr, geprägt durch zahlreiche Kutschen und wenige Autos, stellte zusätzliche Anforderungen an die Logistik. 

Als Naturschutzgebiet verlangte die Hallig umweltfreundliche Baumaßnahmen. Die Leitungen wurden behutsam unter der Erde verlegt, ohne offene Bauweise. In den sensiblen Deichbereichen wurden ausreichende Abstände eingehalten, um die Struktur zu schützen und Erosion bei zukünftigen Sturmfluten zu verhindern. 

Magdeburg: Moderne Wasserinfrastruktur

Magdeburg: Moderne Wasserinfrastruktur 

In der Ernst-Lehmann-Straße in Magdeburg verlegten wir eine neue Mischwasserleitung DN 800 aus Polymerbeton und sanierten eine weitere Leitung mit Inliner-Technik. Parallel dazu verlegten wir eine 260 Meter lange Trinkwasserleitung aus PE-RC d160. Zusätzlich wurden alle Hausanschlüsse auf die neuen Leitungen umgebunden, um eine moderne und zuverlässige Versorgung zu gewährleisten. 

Equipment

16 t Mobilbagger und ECR 145 Bagger; Manpower: drei Mitarbeitende 

Zeitraum

Ende Mai bis Ende August 2023 

Herausforderungen 

Es befanden sich versteckte Blindgänger unter der Erdoberfläche, daher erfolgte eine externe Begleitung durch die Kampfmittelbeseitigung. 

Gehrden: Vollständiger Glasfaserausbau

Gehrden: Vollständiger Glasfaserausbau 

In Gehrden, Region Hannover, realisieren wir den vollständigen Breitbandausbau. Wir erstellen etwa 48.000 Meter Kabelgraben und schließen knapp 1.200 Haushalte an das neue Glasfasernetz an, um eine umfassende und moderne Breitbandversorgung zu gewährleisten. 

Equipment 

Manpower: fünf Mitarbeitende aus Bauleitung, Baukoordination und Backoffice, 40 bis 50 Mitarbeitende auf den Baustellen  

Zeitraum

Mai 2023 bis Juli 2024 

Herausforderungen

Die Herausforderungen beim Glasfaserausbau in Gehrden lagen vor allem im engen Zeitplan, der parallele Baustellen im gesamten Stadtgebiet erforderte. Die Lösung bestand in einer geschickten Koordination der Nachunternehmer und einer sauberen Kommunikation mit den Vertretern der Stadt Gehrden und dem Auftraggeber.