Unter der Saale: Eine der längsten HDD-Querungen des SuedOstLinks entsteht
Unter der Saale: Eine der längsten HDD-Querungen des SuedOstLinks entsteht
Bei Plötzkau im Salzlandkreis realisiert die Kuhlmann Leitungsbau GmbH & Co. KG derzeit eine der längsten geschlossenen Unterquerungen für den SuedOstLink von 50Hertz. Rund 583 Meter misst die Strecke, auf der ein Polyethylenrohr im Horizontalspülbohrverfahren (HDD) unter der Saale hindurchgeführt wird.
Insgesamt sind bei Kuhlmann rund 46 Kolleginnen und Kollegen an 50 Bohrungen für den SuedOstLink beteiligt. „Viele im Team haben jahrzehntelange Baustellenerfahrung, aber der SuedOstLink ist etwas Besonderes. Denn neben der bautechnischen Herausforderung ist es uns ein Anliegen, zu einem für die Energiewende so wichtigen Vorhaben beizutragen“, sagt Carsten Weiß, Geschäftsführer der Kuhlmann Leitungsbau.
Spezialgerät für anspruchsvolle Querung
Insgesamt vier Rohre verlegt das Team unter der Saale. Jedes besteht aus etwa 50 Segmenten, die zu bis zu 600 Meter langen Strängen verschweißt werden. Für den Einzug der Rohrstränge müssen örtliche Straßen zeitweise gesperrt werden. Aufgrund der Länge arbeitet das Team mit einem 100-Tonnen-Bohrgerät, von dem es in Europa nur wenige gibt.
„Je länger die Bohrung, desto größer das Risiko, mit dem Bohrkopf auf etwas Unvorhergesehenes zu treffen. Die Bohrung unter der Saale ist anspruchsvoll. Da ist es gut, dass wir uns auf unseren Auftragnehmer verlassen können“, sagt Stefan Moses, 50Hertz-Baumanager im Abschnitt A1.
Schutzrohre zuerst, dann die Kabel
Der Bau der Gleichstromverbindung erfolgt in zwei Schritten: Zuerst werden die Schutzrohre verlegt, später die bis zu zwei Kilometer langen Erdkabel eingezogen. Wo ein offener Graben nicht möglich ist, kommen HDD oder – in Einzelfällen – Rohrvortriebsverfahren aus dem Tunnelbau zum Einsatz.
Im Abschnitt A1 des SuedOstLinks, zwischen dem Netzverknüpfungspunkt in Wolmirstedt und Könnern, sind rund 80 solcher geschlossenen Querungen nötig – unter Straßen, Leitungen oder Gewässern.
Hintergrund: Der SuedOstLink
Der SuedOstLink umfasst zwei Vorhaben: Vorhaben 5 verläuft von Wolmirstedt bis zum Standort Isar bei Landshut, Vorhaben 5a führt vom Raum Klein Rogahn bei Schwerin ebenfalls nach Isar und geht ab Hohe Börde in den Verlauf des SuedOstLinks über. Der Nordteil ist im separaten Projekt SuedOstLink+ enthalten.
Die Verbindung transportiert Windstrom aus Nord- und Ostdeutschland in den Süden – je Vorhaben zwei Gigawatt Übertragungskapazität, zusammen genug für den Strom von rund 1.400 Windkraftanlagen. 50Hertz verantwortet den nördlichen Abschnitt durch Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, TenneT den weiteren Verlauf in Bayern. Ab 2027 soll die Leitung Strom liefern.
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